Familienfreundliche Unternehmen werden ausgezeichnet

Welche familienfreundlichen Maßnahmen bieten Marburger Unternehmen ihren Beschäftigten? Wer gehört zu den familienfreundlichsten Arbeitgebern vor Ort? Um das zu erfahren hat die Universitätsstadt Marburg im Jahr 2014 zum ersten Mal den „Marburger Preis für familienfreundliche Unternehmen“ ausgeschrieben.

Die Diskussion um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird in Marburg und innerhalb des Marburger Lokalen Bündnisses für Familie seit Jahren engagiert geführt, die Auslobung eines solchen Preises war ein Ergebnis dieser Diskussion.
Die Projektgruppe „Vereinbarkeit Familie und Beruf“ des Marburger Bündnisses für Familie entwickelte für den Wettbewerb einen Fragebogen, an dem sich interessierte Unternehmen in Hinblick auf ihre Bewerbung orientieren konnten. Dieser zeigte Beispiele für familienfreundliche Maßnahmen aus den Bereichen Arbeitszeit, Arbeitsorganisation, Personalentwicklung und Unternehmenskultur auf.

Jury und Preisverleihung

Die Jury unter der Leitung der Wirtschaftswissenschaftlerin Prof. Elisabeth Schulz setzte sich unter anderem aus Vertreterinnen und Vertretern der Industrie- und Handelskammer, des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der Kreishandwerkerschaft und des Verbandes Deutscher Unternehmerinnen zusammen. Die Jurymitglieder bewerteten die Rahmenbedingungen und Maßnahmen, die die Unternehmen im Hinblick auf Familienfreundlichkeit zu bieten haben.
Bevor die Siegerunternehmen des Wettbewerbs bekanntgegeben wurden, hielt Prof. Evelyn Korn vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Philipps-Universität Marburg einen Vortrag zum Thema. Die Expertin für Mikroökonomie sieht Effizienz und Familienfreundlichkeit keineswegs im Widerspruch zueinander. „Familienfreundlichkeit kann eine wichtige und sehr kreative Ressource sein“, betonte Prof.  Korn.
14 Bewerbungen verschiedenster Unternehmen gingen ein, und die Jury entschied sich angesichts der Vielfalt der Gruppe zwei Preise zu vergeben, da die unterschiedlichen Größen und Strukturen der Unternehmen auch unterschiedliche Ansprüche und Möglichkeiten zur Folge haben. Ein Preis wurde an die Firma Finet, einen Maklerpool für Versicherungsmakler und Finanzberater, verliehen, der andere Preis ging an das Pharma-Unternehmen CSL Behring.

Gewinner

Finet, ein Unternehmen mit 56 Beschäftigten, bietet diesen unter anderem eine Vertrauensarbeitszeit als Grundlage von Gleitzeitmodellen, die Möglichkeit, im Home Office und auch als Führungskraft in Teilzeit zu arbeiten, ein Eltern-Kind-Arbeitszimmer, eine betriebliche Kinderbetreuung sowie die individuelle Absprache von Arbeitszeiten an.
CSL Behring, ein Pharma-Unternehmen mit über 2.000 Beschäftigten, das zu einem weltweiten Konzern gehört, bietet Gleitzeit ohne Kernzeit von 6 bis 22 Uhr, über 200 Teilzeitmodelle bei hoher Zeitsouveränität bis hin zu bezahltem Sonderurlaub für eine kurzzeitige Pflege an. Zudem existiert ein betriebsinterner Arbeitskreis „Beruf und Familie“.
Die nächste Preisverleihung für den „Marburger Preis für familienfreundliche Unternehmen“ findet 2016 statt.

Das Marburger Bündnis für Familie   

Seit der Gründung im Jahr 2005 sind viele Ideen verwirklicht worden und Einiges wurde auf den Weg gebracht: Im Jahr 2007 wurde die Eröffnung des Mehrgenerationenhauses gefeiert. Damit ist in der Marburger Oberstadt ein Ort für das lebendige und solidarische Miteinander der Generationen entstanden. Im Jahr 2009 wurde der Marburger Familienatlas fertig gestellt und der Betriebskindergarten ‚Froschkönig’ eingeweiht. Außerdem wurde eine Wunschbaumaktion durchgeführt. Bürgerinnen und Bürger der Stadt haben an unterschiedliche Standorten im ganzen Stadtgebiet ihre Ideen zur Verbesserung der Familienfreundlichkeit zu Papier gebracht. Im Mai 2011 gab es eine Ausstellung im Rathaus, die über die Umsetzung der Ideen und Anregungen berichtete.

Informationen über weitere erfolgreich umgesetzte Projekte und über die aktuelle Bündnisarbeit finden Sie auf der Internetseite des Marburger Bündnisses für Familie und im aktuellen Bündnis-Flyer.

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