Den digitalen Wandel in der Familie aktiv gestalten

Beim ersten FamilienLabor hatten Eltern und Kinder in Berlin Gelegenheit, gemeinsam digitale Werkzeuge zu erkunden und dabei herauszufinden, wie sich im Alltag Familie, Beruf, Hobbies und Termine gut unter einen Hut bringen lassen.

 

Bild zeigt: Laptop mit aufgerufener Website "Die Familienlabore"
Kreativ und digital: Die generationenübergreifende Energie von Eltern, Kindern und Großeltern war beim ersten FamilienLabor in Berlin gefragt.
Quelle: Leonard Wolf

Welchen alltäglichen Herausforderungen sehen sich Familien heute gegenüber? Wie kann die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter verbessert werden? Welche Ideen haben Kinder, Eltern und Großeltern, um diesen Herausforderungen zu begegnen? Wie können digitale Werkzeuge im familiären Alltag eingesetzt werden, und wie können Familien selbst an der Entwicklung digitaler Werkzeuge mitwirken?

Diese Fragen stehen am Anfang der FamilienLabore – einem gemeinsamen Projekt des Bundesfamilienministeriums, des Open Knowledge Foundation e.V. und des Design Research Labs an der Universität der Künste in Berlin. Die FamilienLabore richten sich an Familien, Kommunen und die Partner in den Lokalen Bündnissen und werden jeweils in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Akteurinnen und Akteuren gestaltet. Gerade die Lokalen Bündnisse für Familie sind die Innovationsmotoren und setzen neue, innovative Wege für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie ein modernes und selbstbestimmtes Zusammenleben. Im Jahr 2018 sollen daher weitere FamilienLabore an Standorten der Lokalen Bündnisse für Familie stattfinden.

Nach mehrmonatiger Vorbereitung und Konzeption hat im Juli 2017 das erste FamilienLabor in Berlin stattgefunden. Einen ganzen Tag lang konnten Eltern und Kinder gemeinsam ihren Familienalltag unter die Lupe nehmen und sich gute Ideen für alltägliche Herausforderungen überlegen. Dabei wurden den Teilnehmenden technisch und digital versierte Mentorinnen und Mentoren an die Seite gestellt.

Die FamilienLabore nutzen die kreative und generationsübergreifende Energie von Familien zur Entwicklung innovativer Ideen. Eltern und Kinder – und auch die Großeltern – wissen selbst am besten, welche Herausforderungen der Alltag als Familie mit sich bringt. Was oft fehlt, sind geeignete Hilfsmittel, die die Koordination unteschiedlicher Aufgaben und Lebensbereiche erleichtern. Die Digitalisierung bietet dabei ein großes Potential – WhatsApp-Gruppen und Kalender-Apps sind beispielsweise praktische Alltagshelfer. Teils fehlt es aber schlicht an geeigneten Tools, die den familiären Alltag wirklich in den Fokus stellen. Die FamilienLabore ermutigen die Teilnehmenden deshalb, digitale Werkzeuge zu nutzen und eigene technische Lösungen zu entwickeln. Natürlich können an einem Tag keine verkaufsreifen Tools entwickelt werden – aber Familien können – auch und vor allem gemeinsam mit anderen Familien – in Eigenregie an deren Entwicklung weiterarbeiten. Die FamilienLabore sollen ihnen dazu erste digitale Kompetenzen vermitteln.

Der erste Workshop stieß bei den Teilnehmenden auf große Resonanz – nicht zuletzt, weil der Spaß an der Entwicklung gemeinsamer Lösungen ein wichtiger Aspekt der Veranstaltung ist. Die Erfahrungen des ersten FamilienLabors finden nun Eingang in die Konzeption weiterer geplanter FamilienLabore. Es ist das Ziel, dieses spannende Projekt in die Fläche zu tragen und möglichst vielen Menschen die Möglichkeit zu geben, gemeinsam als Familie kreativ und gestalterisch digitale Werkzeuge für den Familienalltag nutzbar zu machen. Welche Ideen Familien dabei gemeinsam entwickeln, werden auf der Projekthomepage fortlaufend gesammelt. Eine Dokumentation und Tipps zur Gestaltung von Workshops sollen zudem dazu ermutigen, auch selbstständig FamilienLabore anzubieten und dieses innovative Format durchzuführen.

Hier geht es zum Projekt: http://www.familienlabore.de/

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