Gut aufgestellt für mehr Vereinbarkeit

Ob privat oder im Job – digitale Lösungen bringen Familien weiter. Mit der „Familien-ABC“-App der Erlanger Lokalen Bündnisse für Familie können Eltern unterwegs Kursangebote für Familien auf dem Smartphone checken. In Partnerunternehmen wie der sepp.med GmbH funktionieren Teilzeit, Elternzeit und Co. digital unterstützt ebenfalls reibungslos.

Bei der Vorstellung der App „Familien-ABC“: Markus Hladik, Bündniskoordinator im Bündnis für Familie im Landkreis Erlangen-Höchstadt (ganz rechts) mit Heike Krahmer, Leiterin des Amtes für Kinder, Jugend und Familie, Landkreis Erlangen-Höchstadt (ganz links) sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Koordinierungsstelle Familienbildung der Stadt Erlangen, des Fachdienstes Familienbildung Landkreis Erlangen-Höchstadt sowie der Digitalagentur.

Gut vernetzt im Alltag – für Familien lässt sich so zwischen Kindern und Job vieles besser planen und einiges an Stress vermeiden. „Statistiken zeigen, dass mehr als 60 Prozent der 30-bis 49-Jährigen das Internet mit Smartphone, Tablet oder PC nutzen. Die Zielgruppe junger Eltern ist vor allem mobil im Internet unterwegs“, sagt Markus Hladik, Bündniskoordinator im Lokalen Bündnis für den Landkreis Erlangen-Höchstadt. Mit der App „Familien-ABC“ haben die Lokalen Bündnisse der Stadt Erlangen und des Landkreises Erlangen-Höchstadt deshalb gemeinsam mit dem Fachdienst Familienbildung von Stadt und Land ein digitales Informationsangebot für Familien entwickelt. Die App stellt alle offenen Eltern-und Familienbildungsangebote in der Region übersichtlich zur Verfügung.

Seit 2016 gibt es das „Familien-ABC“ als gedruckte Broschüre, eine Termin-App und die Website www.familien-abc.net folgten als nächster Schritt in Richtung digital. Seit Anfang des Jahres ist das „Familien-ABC“ als erweiterte App verfügbar, zudem wurde die Website neu gelauncht. Das Konzept für die App haben die beiden Lokalen Bündnisse sowie der Fachdienst Familienbildung des Landkreises und die Koordinierungsstelle Familienbildung der Stadt gemeinsam erarbeitet.

Breites Informationsangebot für jeden Bedarf

Kern des „Familien-ABC“ ist der Veranstaltungskalender. Ausgewählte Anbieter von Eltern-und Familienbildung können Veranstaltungen selbstständig in den Kalender eintragen. „Die Themen sind breit gefächert und bieten etwas für Eltern von Babys bis zum Teenageralter sowie zu besonderen Lebenslagen wie beispielsweise Trennung oder Scheidung. Durch die Such-und Filterfunktion können die Ergebnisse individuell angepasst werden“, so Markus Hladik. „Uns war wichtig, dass Eltern ein niedrigschwelliges Informationsangebot erhalten, das ihnen unkompliziert die Möglichkeit bietet, gewünschte Kompetenzen aufzubauen.“ Im Menüpunkt „Wissenswertes“ finden Eltern Informationen rund um den Familienalltag, im Bereich „Videos“ kurze Erklärfilme über Kindergesundheit, Ernährung und Familienleistungen. Auch Inhalte von Seiten wie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung lassen sich thematisch einbinden. Unter „Info & Beratung“ sind wichtige Beratungsstellen aufgelistet und können über ein Schlagwortsystem durchsucht sowie nach Postleitzahlen gefiltert werden. Auch Telefonnummern und Adressen von Kinderärzten lassen sich schnell finden. Interessante Inhalte können Eltern über die App direkt mit Bekannten und Freunden teilen.

Die Zahlen zeigen: Die Idee kommt an, pro Monat nutzen rund 1.000 Anwenderinnen und Anwender App und Website. „Die Aufrufe über das Smartphone sind insgesamt doppelt so hoch wie über die Website. Wir liegen mit dem mobilen Ansatz also richtig“, so Markus Hladik. Mittlerweile interessieren sich auch über die Region hinaus Jugendämter und andere Lokale Bündnisse für das App-Modell als Plattform für Familienangebote.

Digitale Ideen für die Personalpolitik

Ein Bündnispartner, der seit Langem digitale Lösungen für eine familienfreundliche Unternehmenskultur weiterentwickelt, ist die sepp.med GmbH im fränkischen Röttenbach. Der IT-Dienstleister ist seit 2007 Partner im Lokalen Bündnis für Familie im Landkreis Erlangen-Höchstadt und wurde 2015 mit dem „Goldenen Kinderwagen“ des Lokalen Bündnisses für innovative familienorientierte Angebote in der Personalpolitik ausgezeichnet.

Um eine gelebte Vereinbarkeitskultur im Unternehmensalltag zu verankern, hat sich das Familienunternehmen auf die eigenen Stärken besonnen: digitale Lösungen für komplexe Herausforderungen. Das Unternehmen bietet den rund 160 Beschäftigten individuelle Arbeitsmodelle an, die durch digitale Tools unterstützt werden. Mittels Laptop, Dienst-Handy, sicherer VPN-Ver-bindungen und Videokonferenzen können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in Elternzeit sind, Teilzeit oder im Homeoffice arbeiten weiterhin direkt an Projekten mitwirken. Zum Kontaktehalteprogramm für Beschäftigte in Elternzeit gehören ein digitaler Newsletter und regelmäßige E-Mails, die über Neuigkeiten aus dem Unternehmen oder der Branche auf dem Laufenden halten. „Informatik ist keine Männerdomäne mehr. Gut ausgebildete Informatikerinnen suchen sich oft gezielt Unternehmen mit guten Vereinbarkeitsmöglichkeiten. Bei uns arbeiten IT-Spezialistinnen, die Mütter sind, in Bereichen wie Medizintechnik oder Avionik und leiten in Teilzeit Projekte. Als Arbeitgeber kann man es sich nicht leisten, wichtiges Know-how zu verlieren, wenn Beschäftigte Eltern werden und keine Möglichkeit sehen, Familie und Beruf zu vereinbaren. Da unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wissen, dass sie durch die mobilen Arbeitsmöglichkeiten immer auf dem Laufenden und Teil des Teams sind, gehen sie entspannt in die Elternzeit oder können problemlos ein Teilzeitmodell nutzen“, erklärt Maria Engelmayr, Geschäftsführerin für die Bereiche Personal, Marketing und Organisation, die das Unternehmen gemeinsam mit ihren beiden Geschwistern leitet. Auch sie selbst profitiert von der digital unterstützten Familienfreundlichkeit ihres Unternehmens. Seit Anfang August ist Maria Engelmayr Mutter eines Sohnes und kann aus der Elternzeit heraus ihren stundenweisen Wiedereinstieg in den kommenden Monaten entspannt vorbereiten.

Erfahrungsaustausch mit den Bündnispartnern

Die Mitgliedschaft im Lokalen Bündnis für Familie ist für Maria Engelmayr auch ein wichtiger Imagefaktor. „Wir wollten damit als Arbeitgeber ein klares Zeichen setzen, dass es in unserem Unternehmen selbstverständlich ist, dass Familie und Beruf gut zu vereinbaren sind. Familienfreundlich¬keit ist mittlerweile ein zentrales Element der Arbeitgeberattraktivität und ein wichtiger Standortfaktor.“ Von ihren Erfahrungen mit Vereinbarkeitsmodellen berichtet Maria Engelmayer auch im Rahmen des Lokalen Bündnisses regelmäßig auf Infoveranstaltungen und in Vorträgen. „Teilweise werde ich auch direkt von anderen Firmen nach unseren Erfahrungen mit flexiblen, digital unterstützten Arbeitsmodellen gefragt“, so die Unternehmerin. Digital macht eben Schule.

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