10 Jahre: Netzwerk für Vereinbarkeit

Das Unternehmensnetzwerk feiert in diesem Jahr rundes Jubiläum. Gemeinsam mit den IHKn und den Lokalen Bündnissen für Familie in den Regionen hat das Netzwerkbüro viel für eine bessere Vereinbarkeit erreicht – und mit familienfreundlichen Unternehmen vor Ort starke Partner gewonnen.

NEUE Vereinbarkeit, innovative Arbeits- und Karrieremodelle, familienbewusste Unternehmenskultur: Das ist die Bilanz aus zehn Jahren Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“. 2007 hatte das Bundesfamilienministerium das Netzwerk zusammen mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag ins Leben gerufen.

Heute setzen sich bundesweit rund 6.500 Unternehmen aller Branchen und Größenordnungen für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein – unterstützt von den großen Arbeitgeberverbänden und dem Deutschen Gewerkschaftsbund.

Vom Mütterthema zur NEUEN Vereinbarkeit

„Als wir angefangen haben, war Vereinbarkeit in der öffentlichen Wahrnehmung ein Thema für junge Mütter“, sagt Kirsten Frohnert, Leiterin des Netzwerkbüros „Erfolgsfaktor Familie“. Das ist heute grundlegend anders: Die NEUE Vereinbarkeit setzt viel stärker auf eine partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit zwischen Frauen und Männern. Infolgedessen rückt auch eine väterorientierte Personalpolitik in den Fokus. Vereinbarkeit im Zeichen von Industrie 4.0 und eine vereinbarkeitsorientierte Unternehmenskultur sind Themen am Puls der Zeit.

Vor diesem Hintergrund haben sich auch die Angebote des Netzwerkbüros in den vergangenen Jahren erweitert. „Wir sorgen nicht nur dafür, dass unser Netzwerk stetig wächst, sondern wir tauschen uns mit den Mitgliedsunternehmen aus und vernetzen sie untereinander“, berichtet Kirsten Frohnert. „So schaffen wir eine einzigartige Plattform für gute Praxis und innovative Entwicklungen. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen kann das als Blaupause dienen.“

Mit Erfolg: Insbesondere die Unternehmen haben dazu beigetragen, den Begriff Vereinbarkeit zu erweitern, hat Silke Arnold, Bündniskoordinatorin im Landkreis Limburg-Weilburg, beobachtet: „Wenn die Unternehmen vom Fachkräftemangel sprechen, haben sie natürlich ganz andere Möglichkeiten, das Thema auf die Agenda zu setzen.“

Vom Pilotprojekt zum Serienmodell

Allerdings ist eines über die zehn Jahre immer gleich geblieben: „Wir sagen den Unternehmen nicht, was sie tun sollen. Wir ermutigen sie, vor Ort bedarfsgerechte Lösungen zu finden, dabei Neues auszuprobieren, über ihre Ergebnisse zu reden und bewährte Praxis zu verbreiten“, sagt Kirsten Frohnert.

So ist zum Beispiel in Weilburg die Kita der Wirtschaft „Unterm Sternenhimmel“ entstanden. Kein Unternehmen im Landkreis ist groß genug, um sich eine eigene Einrichtung leisten zu können. Also zog Dorothée Grebe von der WEILBURGER Coatings GmbH von Betrieb zu Betrieb, um Mitstreiter zu gewinnen. Schließlich schlossen sich vier Unternehmen zusammen. Gewonnen hat der Landkreis so nicht nur 20 zusätzliche Betreuungsplätze für Kinder. „Wir beobachten, dass Unternehmen sich heute eher an größere Projekte wagen, weil sie die Möglichkeit der Kooperation gleich mitdenken“, sagt Silke Arnold.

Vom Arbeitsmodell zur individualisierten Personalpolitik

Das Thema Vereinbarkeit wird auch in den kommenden zehn Jahren wichtig bleiben. So viel steht für Kirsten Frohnert fest: „Ich vermute, dass wir dann nicht mehr über einzelne Arbeitsmodelle sprechen, sondern über individualisierte Personalpolitik.“

Soll heißen: Jeder Mensch hat in seinem Leben den Bedarf, Beruf und Privatleben zu vereinbaren – gleich, ob es dabei um familiäre oder gesellschaftliche Verpflichtungen geht, ein Hobby oder eine Weiterbildung. „Gute Lösungen entstehen in starken Netzwerken vor Ort“, sagt Kirsten Frohnert. „Die Lokalen Bündnisse sind seit zehn Jahren sehr wichtige Partner für uns. Und das werden sie auch bleiben.“

 

 

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