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Unsere Arbeitswelt wird familienfreundlicher!

Der „Fortschrittsindex 2017“ zeigt, es hat sich einiges getan – Handlungsbedarf besteht aber noch insbesondere mit Blick auf die Kinderbetreuung

Bild zeigt: Fortschrittsindex

Deutschlands Arbeitswelt ist familienfreundlicher geworden – maßgeblich hat dazu das gemeinsame Engagement von Politik, Wirtschaft und lokalen Akteuren beigetragen. Im September 2015 hatten sich das Bundesfamilienministerium und die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft (DIHK, BDA, ZDH) und der DGB im Memorandum „Familie und Arbeitswelt – Die NEUE Vereinbarkeit“ auf gemeinsame Ziele verständigt und diese seither vorangetrieben. Neben dem Unternehmensnetzwerk "Erfolgsfaktor Familie" setzen sich vor allem auch die "Lokalen Bündnisse für Familie" seit Jahren erfolgreich dafür ein, vor Ort eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. Diese Entwicklung steht im Einklang mit den Vorstellungen junger Familien: 77 Prozent der Männer und 84 Prozent der Frauen möchten, dass beide Partner für das Familieneinkommen sorgen. Unter den Eltern wünscht sich eine breite Mehrheit von mehr als 60 Prozent, Beruf und Familie partnerschaftlich zu leben. Über 90 Prozent der angehenden Eltern sagen, dass sie sich gemeinsam um die Kindererziehung kümmern wollen.

Eine wichtige Zielgruppe der NEUEN Vereinbarkeit sind zum Beispiel aktive Väter, die mit ihren Wünschen nach mehr Zeit für die Familie den Wandel in der Arbeitswelt vorantreiben. Anreize wie das ElterngeldPlus haben dazu beigetragen, dass eine partnerschaftliche Aufgabenteilung für immer mehr Paare realisierbar wird. Mittlerweile nimmt jeder dritte Vater Elternzeit in Anspruch, in manchen Regionen schon jeder zweite. Für die Wirtschaft ist das ein Gewinn, denn diese Väter unterstützen ihre Partnerinnen dabei, nach der Geburt des Kindes schneller wieder in die Berufstätigkeit zurückzukehren. Tatsächlich ist die Erwerbstätigkeit von Frauen mit Kindern im Alter zwischen zwei und drei Jahren von 2006 bis 2015 um 17 Prozent gestiegen.

„In den letzten Jahren wurde auf dem Weg zu einer familienbewussten Personalpolitik insgesamt schon viel erreicht. . Deutlich gestiegen ist auch der Anteil der Unternehmen, die Familienfreundlichkeit für wichtig halten: von 47 Prozent im Jahr 2003 auf 77 Prozent im Jahr 2016. Der Index zeigt aber auch den weiteren Handlungsbedarf auf: Trotz des erfolgreichen Ausbaus der Kinderbetreuung übersteigt der Bedarf der berufstätigen Eltern das Angebot, gerade wenn es um zum Beispiel um Betreuungsangebote für Kinder und Möglichkeiten von individuellen Arbeitszeitmodellen geht und insbesondere im Bereich der Nachmittagsbetreuung von Grundschulkindern. Und der Blick in die Unternehmen zeigt: Vereinbarkeit von Familie und Beruf gelingt nur dann, wenn familienfreundliche Leitlinien auch im betrieblichen Alltag gelebt werden.

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