Aktuelles Startseite News |

15 Jahre Lokale Bündnisse für Familie

Worauf kommt es beim Einsatz für die Familien vor Ort an? Wie haben sich die Bedürfnisse von Familien in den letzten Jahren verändert? Und wie trifft man bei der Unterstützung von Vätern und Müttern immer wieder den Nerv der Zeit? Über diese Fragen haben wir mit der Koordinatorin des Memminger Bündnisses für Familie Claudia Fuchs gesprochen.

Bild zeigt: Bündniskoordinatorin Claudia Fuchs, Quelle: Stadt Memmingen

Vor fünfzehn Jahren hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Initiative Lokale Bündnisse für Familie ins Leben gerufen. Das Lokale Bündnis für Familie Memmingen aus Bayern ist von Anfang an dabei und feiert in diesem Jahr somit ebenfalls sein 15-jähriges Bestehen. Im Interview erzählt die Koordinatorin Claudia Fuchs, worauf sie in ihrer Arbeit besonders Wert legt.

Frau Fuchs, wie hat sich die Arbeit Ihres Bündnisses in den letzten 15 Jahren entwickelt? 

Wir haben in Memmingen schon lange ein breites Unterstützungsangebot für Familien. Deshalb sahen wir es als Bündnis von Anfang an als unsere Hauptaufgabe, die verschiedenen Fachstellen und Institutionen zu vernetzen. Denn die Initiativen können die Familien nur dann gut beraten, wenn sie voneinander wissen. Außerdem ist natürlich wichtig, dass die Familien die Angebote kennen. Deswegen haben wir vor ein paar Jahren auf Initiative der zweiten Bürgermeisterin der Stadt Memmingen den Babyempfang eingeführt. Zweimal im Jahr laden wir alle Familien mit neugeborenen Memmingerinnen und Memmingern ins Rathaus ein. Die Babys bekommen vom Oberbürgermeister und der Bürgermeisterin ein Halstüchlein mit Memminger Wappen geschenkt und die Älteren können am Rathaus-Quiz teilnehmen. Dort sind dann auch viele lokale Initiativen vor Ort und kommen mit den Familien ins Gespräch. Dadurch wissen die Eltern sofort, an wen sie sich wenden können, wenn sie Hilfe brauchen. Und häufig ist es so, dass sie einen noch Jahre später auf diesen Tag ansprechen. Daran merkt man, dass so eine Veranstaltung ein gutes Mittel ist, um Familien zu erreichen.  

Wenn Sie auf die letzten 15 Jahre zurückblicken: Wie hat sich Familienleben aus Ihrer Sicht verändert?

Wir merken, dass sich die Bedürfnisse der Eltern ändern. Väter möchten am Familienleben teilhaben und sich mehr um ihre Kinder kümmern. Das Thema Work-Life-Balance spielt bei den heutigen Vätern deshalb eine wichtigere Rolle als vor fünfzehn Jahren. Viele Mütter wollen hingegen früher wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Häufig stoßen Eltern aber auf Widerstand in der Wirtschaft, wenn sie in Teilzeit arbeiten wollen. Sie hören dann Sätze wie „Die sind ja eh nie da, die bekommen ja gar nichts mit“. Diese Denkweise in den Firmen hat zur Konsequenz, dass sich auch der berufliche Aufstieg in der Regel schwierig gestaltet. Eltern in Teilzeit wird von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern immer noch zu wenig zugetraut, vor allem wenn es um Führungspositionen geht.

Die Themen, die Familien interessieren, ändern sich ständig. Wie bleiben Sie da am Ball?

Wir bieten in Kooperation mit der Volkshochschule und dem Jugendamt Informationsveranstaltungen zu verschiedenen, familienrelevanten Fragen an. Da merken wir sehr schnell, welche Themen gerade besonders interessant sind für die Eltern. Wenn dort zu einem Bündnisabend 100 Väter und Mütter kommen, wissen wir einfach, dass wir den Nerv getroffen haben. In letzter Zeit war das vor allem bei dem Thema Umgang mit Medien der Fall. Hier herrscht bei Eltern eine große Verunsicherung: Auf der einen Seite wollen sie die Medien nicht zu früh in den Mittelpunkt stellen. Auf der anderen Seite sollen die Kinder in unserer modernen Gesellschaft nicht den Anschluss verlieren. Wir versuchen, Väter und Mütter in solchen Fragen fit zu machen, indem wir niedrigschwellige Informationen anbieten. Ganz nach dem Motto: „Starke Eltern, starke Kinder“.

Teile: