Lokale Bündnisse als Ideengeber

Lokale Bündnisse für Familie sind seit über einem Jahrzehnt  Vorreiter für effektive Lösungen für Familien vor Ort. Ziel der Entwicklungspartnerschaft 2016 war es, Leuchtturmprojekte zu schaffen, die eine bessere partnerschaftliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen und zur Nachahmung anregen. Die zwölf beteiligten Projekte wurden im Rahmen eines Ideenwettbewerbs von einer unabhängigen Jury unter Leitung des Bundesfamilienministeriums ausgewählt.

Dieser Ideenwettbewerb von Juni bis September 2015 bot allen Bündnissen die Chance, Projektideen in den drei Kategorien "Standortfaktor Vereinbarkeit", "Väterfreundliche Kommunen" und "Unterstützung bei der Fachkräftesicherung" einzureichen. Die zwölf Gewinnerprojekte wurden eingeladen, an der Entwicklungspartnerschaft 2016 teilzunehmen, bei der sie durch verschiedene Formate wie Workshops, Beratungen und Praxisanleitungen von der Servicestelle beim Umsetzen ihrer Projekte unterstützt wurden.
Den offiziellen Startschuss für die Entwicklungspartnerschaft „Vereinbarkeit für Eltern partnerschaftlich gestalten“ gab die Parlamentarische Staatssekretärin Caren Marks beim Auftaktworkshop am 26.02.2016 in Berlin. Der Boxenstopp am 24.06.2016 in Frankfurt a. M. bot den Gewinnerbündnissen die Gelegenheit, sich über ihre Projektfortschritte auszutauschen und neue Ideen für eine erfolgreiche Unternehmensansprache und Öffentlichkeitsarbeit zu gewinnen. Im Herbst fanden zur weiteren inhaltlichen Vertiefung zwei Fach-Workshops statt: in Wolfsburg zum Thema Väter und in Jena zum Thema Fachkräftesicherung. Der Zentrale Fachkongress am 14.12.2016 in Berlin bildete mit der Auszeichnung der Gewinnerbündnisse den Abschluss der dritten Entwicklungspartnerschaft.

Die wesentlichen Erfolgsfaktoren der Projekte – wie eine genaue Bedarfsanalyse, eine effektive Öffentlichkeitsarbeit, eine proaktive Unternehmensansprache oder ein steter Ausbau des Netzwerks – sowie weiterführende Informationen zum Hintergrund, der Umsetzung und den Partnern der Projekte sind im Abschlussbericht zusammengefasst.

Impressionen

Die Entwicklungspartnerschaften (Kopie 1)

Entwicklungspartnerschaft „Vereinbarkeit für Eltern partnerschaftlich gestalten“

Bundesweit setzten Lokale Bündnisse folgende zwölf Projektideen in den drei Kategorien „Standortfaktor Vereinbarkeit“, „Väterfreundliche Kommunen“ und „Unterstützung bei der Fachkräftesicherung“ im Rahmen der Entwicklungspartnerschaft 2016 um.

Kategorie „Standortfaktor Vereinbarkeit“

  • Arbeitsförderungsverein Lychen e.V., Lychen, Brandenburg mit dem Projekt einer Randzeitenbetreuung von Kindern, kombiniert mit einer Übernachtungsmöglichkeit für pflegebedürftige Angehörige
  • Effeff Ettlinger Frauen und Familientreff e.V., Ettlingen, Baden-Württemberg mit der Einrichtung eines Eltern-Kind-Büros mit einem Co-Working-Space für Eltern, die ihre Kinder mit zur Arbeit bringen
  • Verbund familienfreundlicher Unternehmen e.V. Oldenburger Münsterland, Vechta, Niedersachsen mit dem Projekt zur finanziellen Beteiligung von Mitgliedsunternehmen an den Kosten der Ferienbetreuung von Kindern ihrer Beschäftigten
  • Dien"Heim für Familie", Dienheim, Rheinland-Pfalz mit dem Projekt zur samstäglichen Kinderbetreuung in Sport-Camps unter besonderer Einbeziehung von Flüchtlingen

Kategorie „Väterfreundliche Kommunen“

  • Kinderbüro der Stadt Karlsruhe, Karlsruhe, Baden-Württemberg
    mit dem Projekt eines in Unternehmen durchgeführten Kompetenztrainings für Väter zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • Bündnis für Familien – Familienfreundliches Hanau, Hanau, Hessen
    mit der Einrichtung einer Plattform für Vater-Kind-Aktivitäten zur Stärkung der Beziehung von Vätern zu ihren Kindern
  • Bündnis für Familie Wolfsburg, Wolfsburg, Niedersachsen
    mit der Einrichtung eines interkulturellen Väterbüros samt Informations- und Weiterbildungsangeboten zum Austausch von Vätern aller Kulturen

Kategorie „Unterstützung bei der Fachkräftesicherung“

  • Gesundheit Nordhessen Holding AG, Kassel, Hessen mit dem Projekt der familienfreundlichen Ausgestaltung einer Teilzeitausbildung in Pflegeberufen
  • Lokales Bündnis Samtgemeinde Dahlenburg, Dahlenburg, Niedersachsen mit dem Projekt eines Familienorganisationsbüros und Dienstleistungszentrums für Unternehmerinnen mit integriertem Co-Working-Space, Telefonsekretariat und gemeinsamem Ladenlokal
  • Bündnis für Familie Wolfsburg, Wolfsburg, Niedersachsen mit dem Projekt einer Informations- und Beratungsstelle über familienfreundliche Maßnahmen für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) in enger Abstimmung mit Unternehmen und Kommune
  • Lokales Netzwerk für Familie im Burgenlandkreis, Naumburg, Sachsen-Anhalt mit dem Projekt der Gründung eines Netzwerks "Modernes Personalmanagement" und von Partnerschaften zwischen lokalen Unternehmen mit sozialen Dienstleistern
  • Jenaer Bündnis für Familie, Jena, Thüringen mit dem Projekt einer Informations- und Austauschstelle für Geschäftsführer und Personalverantwortliche von KMU und einer entsprechenden Internetplattform

Die prämierten Lokalen Bündnisse werden im Rahmen der im Dezember 2015 beginnenden Entwicklungspartnerschaft bei der Umsetzung ihrer Projekte über ein Jahr hinweg eng von der Servicestelle der Lokalen Bündnisse begleitet. Auch für alle übrigen interessierten Lokalen Bündnisse stehen spezielle Veranstaltungen, Arbeitshilfen und weitere Maßnahmen offen, mit denen die Servicestelle die Umsetzung ihrer Projekte unterstützt.

Die Entwicklungspartnerschaften

Die Entwicklungspartnerschaften

Bisher konnten im Rahmen der Bundesinitiative bereits drei Entwicklungspartnerschaften erfolgreich durchgeführt werden.

2016: Entwicklungspartnerschaft "Vereinbarkeit für Eltern partnerschaftlich gestalten"

Eltern, die sich eine partnerschaftliche Aufgabenteilung wünschen, stehen noch immer vor vielen Herausforderungen - von zu kurzen Öffnungszeiten der Kita, über eine ausbaufähige Kommunikation von  Vereinbarkeitsangeboten für Väter, bis hin zu unflexiblen Arbeitszeitmodellen im Betrieb. Bei der Entwicklungspartnerschaft 2016 wurden deshalb diverse Projektideen, von samstäglichen Sportcamps und Eltern-Kind-Büros bis hin zu zentralen Beratungsstellen für kleine und mittelständische Unternehmen, unterstützt. Einen Überblick über die Ergebnisse der Entwicklungspartnerschaft finden Sie hier.

2011: Entwicklungspartnerschaft „Unterstützungsnetzwerke für Eltern mit Schulkindern“

Im Rahmen der Entwicklungspartnerschaft wurden gemeinsam mit den Lokalen Bündnissen für Familie neue Ideen und Strategien für den Aufbau von zeitlich und räumlich durchgängigen Betreuungsketten für eine verlässliche Tagesbetreuung von morgens bis nachmittags entwickelt. Mit 14 Bündnis-Projekten zur verlässlichen Schulkinderbetreuung wurde die Initiative gestartet. Bis heute haben Lokale Bündnisse bereits an über 120 Standorten bestehende Betreuungsangebote von verschiedenen Akteurinnen und Akteuren miteinander verknüpft, sie um neue Angebote ergänzt oder erstmalig neue Betreuungsformen aufgebaut.

2009: Entwicklungspartnerschaft „Alleinerziehende“

Um alle Beteiligten, die sich für Alleinerziehende einsetzen, stärker zu vernetzen, initiierte das BMFSFJ das Modellprojekt "Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Alleinerziehende". An zwölf Pilotstandorten entwickelten Akteurinnen und Akteure von April 2009 bis März 2010 individuelle "Produktionsnetzwerke", an denen sich die Lokalen Bündnisse für Familie rege beteiligten. In diesen Netzwerken stimmten Akteurinnen und Akteure vor Ort die Angebote verschiedener Träger, wie zum Beispiel Beratungsangebote oder haushaltsnahe Dienstleistungen, aufeinander ab. Zu den Trägern zählten unter anderem Frauenzentren, Familienbildungsstätten und Wohlfahrtsverbände. Weitere Lokale Bündnisse waren eingeladen, im Rahmen der Entwicklungspartnerschaft von den Erfahrungen dieser Projekte zu profitieren und eigene Unterstützungsnetzwerke zu initiieren.

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